Formelle Prüfung
Enthält die Abrechnung alle Pflichtangaben: Zeitraum, Kosten, Verteilerschlüssel, Ihren Anteil und Vorauszahlungen?
Rechtsgrundlage: § 259 BGB, Anforderungen der BGH-Rechtsprechung
Kein „Blackbox-Algorithmus“: Hier sehen Sie alle 19 Prüfbereiche offen aufgelistet – mit der jeweiligen Rechtsgrundlage und einer ehrlichen Einordnung, wie zuverlässig sich ein Punkt automatisch erkennen lässt.
Ist die Abrechnung überhaupt formell wirksam – und noch rechtzeitig?
Enthält die Abrechnung alle Pflichtangaben: Zeitraum, Kosten, Verteilerschlüssel, Ihren Anteil und Vorauszahlungen?
Rechtsgrundlage: § 259 BGB, Anforderungen der BGH-Rechtsprechung
Wurde die 12-Monats-Frist eingehalten? Nach Fristablauf sind Nachforderungen in der Regel ausgeschlossen.
Rechtsgrundlage: § 556 Abs. 3 BGB
Umfasst der Zeitraum maximal 12 Monate und schließt er lückenlos an den Vorzeitraum an?
Rechtsgrundlage: § 556 Abs. 3 BGB
Fehlen Gesamtkosten, Gesamtfläche oder der angewandte Umlageschlüssel, ist die Abrechnung nicht nachvollziehbar.
Rechtsgrundlage: Nachvollziehbarkeitsgebot, BGH VIII ZR
Dürfen die einzelnen Posten überhaupt auf Sie umgelegt werden?
Jede Position wird einer der 17 gesetzlichen Betriebskostenarten zugeordnet. Sammelposten wie „Sonstiges“ werden markiert.
Rechtsgrundlage: § 2 BetrKV
Nicht alles ist umlagefähig: Verwaltungs- und Instandhaltungskosten gehören grundsätzlich nicht in die Nebenkosten.
Rechtsgrundlage: § 1, § 2 BetrKV; § 556 BGB
Reparaturen, Bankgebühren, Kontoführung oder Rücklagen tauchen häufig zu Unrecht in der Abrechnung auf.
Rechtsgrundlage: § 1 Abs. 2 BetrKV
Kommen einzelne Leistungen doppelt vor – etwa Gartenpflege sowohl einzeln als auch im Hausmeisterpaket?
Rechtsgrundlage: Wirtschaftlichkeitsgebot, § 556 Abs. 3 BGB
Stimmen Verteilerschlüssel, Fläche, Heizkosten und Vorauszahlungen?
Wird nach dem vereinbarten Schlüssel verteilt – und ist er über die Jahre konsistent angewandt?
Rechtsgrundlage: § 556a BGB
Stimmt die angesetzte Fläche mit Ihrem Mietvertrag überein? Maßgeblich ist nach BGH die tatsächliche Fläche.
Rechtsgrundlage: BGH VIII ZR 266/14
Sind Wasser- und Energieverbrauch plausibel im Verhältnis zu Fläche und Vorjahren?
Rechtsgrundlage: § 556a Abs. 1 BGB
Verbrauchsanteil zwischen 50–70 %, korrekte CO₂-Aufteilung und 3 %-Kürzung bei fehlender Verbrauchserfassung.
Rechtsgrundlage: HeizkostenV; CO2KostAufG
Werden Ihre geleisteten Vorauszahlungen vollständig und korrekt gegengerechnet?
Rechtsgrundlage: § 556 Abs. 3 BGB
Rechnet die Abrechnung korrekt – und wie ist sie einzuordnen?
Jede Zeile wird nachgerechnet: Gesamtkosten × Ihr Anteil ÷ Gesamtschlüssel. Rechenfehler sind eindeutig belegbar.
Rechtsgrundlage: Reine Rechenprüfung – kein Ermessen
Alle Einzelbefunde werden zu einem Gesamturteil verdichtet – mit Betragsspanne und klarer Handlungsempfehlung.
Rechtsgrundlage: Aggregation aller Prüfregeln
Sind einzelne Positionen ungewöhnlich hoch oder auffällig gestiegen?
Liegen die Kosten pro m² im Rahmen typischer Betriebskostenspiegel für Ihre Region?
Rechtsgrundlage: Wirtschaftlichkeitsgebot, § 556 Abs. 3 BGB
Wie haben sich einzelne Positionen gegenüber dem Vorjahr entwickelt? Große Sprünge sind ein Anlass zur Nachfrage.
Rechtsgrundlage: Wirtschaftlichkeitsgebot
Auffällige Steigerungen einzelner Kostenarten werden markiert – z. B. Hausmeister +38 % ohne erkennbaren Grund.
Rechtsgrundlage: Wirtschaftlichkeitsgebot
Einzelne, für ihre Kostenart ungewöhnlich hohe Beträge werden zur Belegeinsicht empfohlen.
Rechtsgrundlage: Belegeinsichtsrecht, § 259 BGB
Wir prüfen nicht, ob eine Leistung tatsächlich erbracht wurde, und wir ersetzen keine individuelle Rechtsberatung. Manche Punkte lassen sich nur mit Belegeinsicht abschließend beurteilen – dann sagen wir das klar und zeigen den nächsten Schritt.